Wenn man den Werdegang der Autorin ein wenig mitverfolgt hat, weiß man, sie versteht sich wirklich darauf, schwere Themen einfühlsam zu verpacken, nicht umsonst wurde ihr zu Herzen gehender Bestseller „Marianengraben“ mit Edgar Selge in der Hauptrolle verfilmt. Ihr neuer Roman ist harte Kost, behandelt er doch das Thema Femizid, welches leider an Aktualität gewinnt. … Jasmin Schreiber: Da, wo ich dich sehen kann weiterlesen
Wenn man den Werdegang der Autorin ein wenig mitverfolgt hat, weiß man, sie versteht
sich wirklich darauf, schwere Themen einfühlsam zu verpacken, nicht umsonst wurde ihr zu Herzen gehender Bestseller „Marianengraben“ mit Edgar Selge in der Hauptrolle verfilmt. Ihr neuer Roman ist harte Kost, behandelt er doch das Thema Femizid, welches leider an Aktualität gewinnt. Doch gibt es immer wieder Inseln des Trostes und der Hoffnung, sodass man gemeinsam mit den Protagonist*innen zwischendurch Mut schöpfen kann. Das sei schon mal vorangestellt. Erzählt wird die Geschichte der neunjährigen Maja, die ihre Mutter, Emma, vom Vater ermordet auffindet und nun bei den Eltern mütterlicherseits unterkommt. Man kann es sich vielleicht schon in Ansätzen vorstellen, was das mit einem Kind macht, welches auch noch zeitlebens durch den Vater manipuliert wurde. Ihr einziger Lichtblick ist Patentante Liv, Astrophysikerin und beste Freundin Emmas sowie Livs Hündin Cloé. Zusammen betrachten sie die Sterne, philosophieren über Paralleluniversen und bieten damit Ablenkung und Trost. Eine ganz große Stärke dieses Buches liegt auch in der Multiperspektive. So kommen nicht nur Emmas Eltern, Maja und Liv immer wieder zu Wort und schildern uns ihre Sicht auf das Geschehene, ihre Hilflosigkeit und Schuldgefühle, sondern auch in Rückblenden Emma selbst.
Jasmin Schreiber ist hier ein Buch gelungen, das in den Grundfesten erschüttert, sehr lange nachhallt und vor allem aufrüttelt.
