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Unsere Juni-Empfehlungen

Sarah Winman „Das Fenster zur Welt“

Vor einiger Zeit schon lag dieses Buch mit lieben Grüßen aus dem Lektorat von Klett-CottaSarah Winman Das Fenster zur Welt Glockenbachbuchhandlung in meinem Briefkasten. Nun sprachen mich Cover und Klappentext allerdings so überhaupt nicht an, weswegen es erstmal in den Schrank mit den Leseexemplaren gewandert ist … bis eine liebe Buchhändler-Kollegin vor Kurzem in den Laden stürmte und es mir quasi medizinisch verordnet hat. Tja, und nun hat es auch mich erwischt …

„Das Fenster zur Welt“ von Sarah Winman hat mich schlichtweg umgehauen. Der Plot ist eigentlich schnell umrissen, es sind die Dialoge, Milieubeschreibungen und Schicksalswendungen der durchweg starken Charaktere, die den Roman zu einem wahren Kopfkino machen:

Die ältere Kunsthistorikerin Evelyn, die es sich auf die Fahne geschrieben hat, Kunstwerke vor den Nazis in Sicherheit zu bringen und der junge britische Soldat Ulysses begegnen sich im Sommer 1944 in der Toskana. Nach einem bombenumtosten und weingetränkten Abend verbindet sie ein freundschaftliches Band, das die Jahrzehnte überdauern wird. Auf ihr Schwärmen hin siedelt Ulyssses aus dem rauen und verruchten Londoner East End ins Florenz der Nachkriegsjahre über. Im Gepäck Papagei Claude (trifft mit seinen Kommentaren stets ins Schwarze), Alys, die Tochter seiner großen Liebe Peg und einen seiner besten Freunde, Cress, der hellsichtig ist (sehr praktisch beim Wetten) und sich gerne mit (s)einem Baum berät. Diesen inneren Zirkel, an welchem sich immer wieder weitere Freund*innen und Bekannte ausrichten, begleiten wir bis in die 1980er-Jahre, und auch Evelyn stattet uns regelmäßig einen Besuch ab.

Winmans Roman, gekonnt übersetzt aus dem Engl. von Elina Baumbach, vereint einen herrlich trockenen, englischen Humor mit dem überschwänglichen italienischen Lebensgefühl. Er ist ganz natürlich und unangestrengt queer, feiert die starken Frauen, zelebriert Kunst und Kultur und flicht zwischen den Zeilen ein wenig Weisheit hinein.

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Elke Heidenreich „Altern“

Elke Heidenreich Altern Glockenbachbuchhandlung112 Seiten für die Rückschau auf ein ganzes Leben? Elke Heidenreich schafft das in ihrem neuen Buch. Knapp bemessen und treffsicher in der geschätzten Elke Heidenreich-Manier schreibt sie, meist im Plauderton, über das Alter. Zipperlein, Sammelstücke vom Flohmarkt Vieles kommt im Leben, wenn wir älter werden, dazu. Doch was ist wichtig, was unwichtig? Was kann bleiben, was muss weg? Was hat Bestand, an was hängt das Herz? Darf man den Nachkommen sentimentale Gegenstände hinterlassen, deren Wert in ihrer Geschichte liegen? Im Alter trägt man die Konsequenzen für alles, was man getan hat. Vieles verliert man mit dem Alter, aber man gewinnt auch, und das ist im Idealfall Gelassenheit.

Elke Heidenreich unterlegt ihr Buch mit den schönsten Zitaten zum Thema „Alter“ aus der Weltliteratur (Mein Lieblingszitat ist das von Robert Walser: „Man sieht den Wegen im Abendlicht an, dass sie Heimwege sind …“). Sie schreibt berührend, ehrlich, klug, persönlich und, was ich so schätze, vollkommen uneitel und schafft so ein Lesevergnügen zu einem doch so ernsten Thema, das zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln anregt. Ein Zitat hat mir noch gefehlt, ich füge es hiermit dazu, da es mir persönlich sehr gut gefällt: „In der Jugend lernen wir, im Alter verstehen wir“ (Marie von Ebner-Eschenbach). So könnte es doch sein, oder? Ein ganz persönlicher Tipp von Petra Schulz

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Franziska Gänsler „Ewig Sommer“

Auch in dem ehemaligen Kurort Bad Heim brennt es, seit Langem schon, und dieFranziska Gänsler Ewig Sommer Glockenbachbuchhandlung Bevölkerung wird über Polizeidurchsagen und Warnapps informiert. Bleiben Sie zu Hause, tragen Sie eine Schutzmaske, gehen Sie zu den Evakuierungspunkten Das normale Leben existiert bis auf einen kümmerlichen Rest nicht mehr. Längst kommen keine Tourist(inn)en mehr, die Bewohner*innen ziehen weg, Fenster sind aus Schutz gegen die Hitze mit Folie abgeklebt. Die Hotelbesitzerin Iris aber bleibt. Das Hotel mit dem außergewöhnlichen japanischen Garten ist schon lange in Familienbesitz außerdem: Wo sollte sie auch hin? Auch wenn das Hotel (noch) durch einen Bach von den wütenden Waldbränden getrennt ist, kommen auch zu ihr schon lange keine Gäste mehr. Doch dann taucht eine junge Mutter mit Tochter auf. Sie wirkt verstört, gedankenversunken, scheint auf der Flucht zu sein, vernachlässigt offensichtlich ihre Tochter. Existenzielle Themen beschäftigen beide Frauen im Ausnahmezustand bei diesem intensiven Aufeinandertreffen.

Wenn es nicht so makaber wäre, würde ich sagen: mein brandheißer Tipp … aber ich sage es trotzdem! Petra Schulz

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Unsere Mai-Empfehlungen

Martina Bogdahn „Mühlensommer“

Martina Bogdahn Mühlensommer GlockenbachbuchhandlungMaria wollte als ganz junge Frau nichts wie weg vom elterlichen Bauernhof, weg von dem der Kleidung anhaftenden Schweinestallgeruch, weg von der harten körperlichen Arbeit, weg von der Großmutter, die wenig Verständnis für Träumereien hatte. Nun kehrt sie als erwachsene Frau und Mutter zweier Töchter auf den Hof zurück, als sie erfährt, dass ihr Vater einen Unfall hatte, um der Familie beizustehen. Im Licht und Duft eines heißen Sommertages auf dem Land kehren die Erinnerungen an die auf dem Hof verbrachte Jugend zurück und gemeinsam mit der kleinen Maria erleben wir und erinnern uns, was es bedeutet, auf dem Land groß geworden zu sein. Zwischen Kirchbank und Schulbus, Verpflichtungen, Stallgeruch und bäuerlicher Härte. Aber auch zwischen den Weiten wogender Getreidefelder, der Verbundenheit und Selbstverständlichkeit der Natur um sie herum, mit einer Ruhe im Herzen, dass alles auf dieser Welt seinen richtigen Platz zugeordnet bekommt. Doch dass die erwachsene Maria langsam wieder zurück nach Hause findet, finden nicht alle Familienmitglieder gut und schließlich will eine lange verdrängte Frage zwischen ihr und ihrem Bruder Thomas endlich beantwortet werden.

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Caroline Wahl „Windstärke 17“

Ich beantworte hier zunächst die zwei Fragen, die mir am häufigsten zu dem Buch gestelltCaroline Wahl Windstärke 17 Glockenbachbuchhandlung werden: Ja und Weder noch. Ja, es ist gut, es ist sogar sehr gut, und es ist weder schlechter als die „22 Bahnen“, noch besser. Tatsächlich ist es der jungen Autorin gelungen, nach ihrem fulminanten Debüt einen Roman zu schreiben, der an diesen Erfolg anschließen kann und das tut er auch inhaltlich. Wir kennen Ida bereits aus den 22 Bahnen, die kleine Schwester von Tilda, ein ganz besonderes Mädchen, anders als die anderen in ihrem Alter. Sie zeichnete lieber als dass sie mit Altersgenoss(inne)en spielte, so wie sie selbst von dem Zusammenleben mit der alkoholkranken Mutter gezeichnet war. In „Windstärke 17“ begegnen wir ihr, wie sie als nun junge, erwachsene Frau zwei Monate nach dem Tod der Mutter aus der Wohnung flüchtet, in der sie groß geworden ist. Am Bahnhof sucht sie sich den Zug aus, der am weitesten weg fährt und landet schließlich auf Rügen. Im Gepäck einen ordentlichen Klumpen an Wut, Schuld und Trauer, den sie mehr oder weniger erfolglos versucht wegzuschwimmen. Es sind Knut, ein grummeliger Barbesitzer und seine Frau Marianne, die Ida bei sich aufnehmen und sie auffangen, indem sie sie so sein und trauern lassen, wie sie ist und möchte. Keinen Anker, aber dennoch eine Art von Leichtigkeit findet Ida in Leif, bevor ihre Welt erneut aus den Angeln gehoben wird. Caroline Wahl hat einen unverwechselbaren Sound, der einfach mitreißt, aufwühlt und trotzdem tröstlich wirkt.

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Fang Fang „Glänzende Aussicht“

Fang Fang Glänzende Aussicht GlockenbachbuchhandlungÜbersetzt aus dem Chinesischen von Michael Kahn-Ackermann.  Elf Personen hausen in einem Verschlag von 13 qm, das Wort “leben“ wäre verfehlt. Alle sieben Minuten fährt mit ohrenbetäubendem Lärm ein Zug vorbei. Die neun Kinder existieren mit den Eltern unter unvorstellbaren Verhältnissen in Wuhan der 1980er-Jahre. Den eindeutig besten Platz hat Kind Nummer 8 (die vielen Kinder haben nur Nummern), er starb 14 Tage nach der Geburt und wurde vor der Hütte begraben und ist der Chronist der Familie. Aus der Distanz, seltsam emotionslos, erzählt er von dem gnadenlos brutalen Alltag der Familie. Der Vater, ein gewalttätiger Säufer, prügelt seine Kinder, die Mutter ist ihm treu ergeben. Vor allem Nummer 7 hat sehr zu leiden. Bei ihm vermutet der Vater einen anderen Erzeuger und behandelt ihn noch schlimmer als den Rest der Familie. Ausgerechnet Nummer 7, vollkommen abgestumpft, kehrt nach drei Jahren als gemachter Mann wieder nach Hause.

Die Bücher von Frau Fang Fang sind in China teilweise verboten, wir dürfen sie lesen. Gott sei Dank.

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Wilhelm Schmid „Den Tod überleben“

Obwohl der Verlust eines geliebten Menschen zu dem Furchtbarsten gehört, was uns widerfahren kann, wird der Gedanke an den Tod meistens beiseite geschoben. Aber wohinSchmid Den Tod überleben Glockenbachbuchhandlung geht der Mensch, der geht? Von dem Philosophen Wilhelm Schmid hätte ich eine wissenschaftliche Erklärung erwartet, aber in diesem Büchlein spielt er viele Gedanken durch. Was bleibt von einem geliebten Menschen?

Ist das, was wir „Seele“ nennen, die Energie des Menschen? Wohin geht sie, wenn wir sterben? Oft meinen wir, diese Energie noch wahrzunehmen. Ist das ein Hinweis auf ein Danach oder nur ein tröstlicher Gedanke für die Hinterbliebenen? Antworten gibt auch das schmale Buch nicht, aber es bietet viele Anregungen – und auf jeden Fall Trost.

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Unsere April-Empfehlungen

Lana Lux „Geordnete Verhältnisse“

Lana Lux Geordnete Verhältnisse GlockenbachbuchhandlungZehn Jahre ist Faina alt, als sie mit ihren Eltern aus der Ukraine in eine deutsche Kleinstadt zieht. Sie spricht mit einem starken Akzent und ihr Pausenbrot isst sie aus einer selbst gebastelten Brotdose aus Tetrapaks. Zehn Jahre alt ist auch Philipp und aufgrund einer Blasenschwäche nicht gerade der selbstbewusste Typ. Das Schicksal führt die beiden zusammen, Philipp macht Faina schnell zu seiner Faina, die beiden verbringen jede freie Minute miteinander. 17 Jahre später: Philipp lebt inzwischen in einer Eigentumswohnung und geht eher gezwungenermaßen auf wenig erfolgreiche Dates. Faina immer noch in seinem Kopf und Herzen spukend. Diese steht auf einmal wieder vor seiner Türe: abgebrannt und schwanger. Philipp sieht seine Chance als großer Retter und die toxische Beziehung spitzt sich zu …  Es ist ein rasanter Roman, der eine breite Gefühlspalette zu bespielen vermag, wobei vor allem Wut und Sarkasmus das Thema bestimmen. Autorin Daniela Dröscher sagt zu Recht über diese abwechselnd von Phillip und Faina erzählte Tragödie: Eine unerhörte Geschichte! Jeder Satz ist eine mit Schmerz und Lachgas gefüllte Pistolenkugel.“

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Claire Fuller „Jeanie und Julius“

Dieser Roman, erschienen im Münchner Kjona-Verlag, hat mich von der ersten Zeile in seinen Bann gezogen und am Ende zerzaust, aber erfüllt seufzend wieder losgelassen. Wiltshire, im Südwesten Englands: Die beiden Geschwister Jeanie und Julius, beide schon über fünfzig Jahre alt, leben mit ihrer Mutter Dottie in einem abgelegenen, in Claire Fuller Jeanie und Julius Glockenbachbuchhandlungdie Jahre gekommenen Cottage. Sie ernähren sich von ihrem wilden Garten, Julius nimmt zusätzlich Gelegenheitsjobs an. Die Familie ist arm, aber dennoch stolz, gemeinsam musizieren sie und es gibt viele glückliche Momente miteinander. Dann jedoch stirbt Dottie und es gerät alles aus den Fugen. Und so einiges, was den Geschwistern im Laufe ihres Lebens von der Mutter als gegeben erzählt wurde, entpuppt sich als Lüge … Dieser Roman ist gleichermaßen rau und anziehend, so wie die Landschaft, in der er spielt. Andrea O’Brien ist eine so zärtliche und detailreiche Übersetzung gelungen, dass man sich sofort direkt in der Szenerie wähnt.

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Jane Gardam „Gute Ratschläge“

Jane Gardam Gute Ratschläge GlockenbachbuchhandlungElizabeth Peabody ist der Schrecken der Nachbarschaft. Ihr Hobby: das Erteilen guter Ratschläge in schriftlicher Form, sprich, als Briefe. Diese flattern vorwiegend zu Joan, einer Nachbarin in der ruhigen Rathbone Road, die anscheinend Mann, Haus und Kinder verlassen hat. Diese Briefe voll mit moralischen Aufrufen, ungeschminkten Wahrheiten, alltäglichen Beobachtungen werden nicht beantwortet, was die Briefeschreiberin nicht zu stören scheint. Immer heftiger schreibt sie ihr, mittlerweile ist ihr Gatte abgängig, immer persönlicher und länger werden ihre Briefe. Irgendwann erwarten auch wir als Lesende schon keine Antwort mehr. Und überhaupt scheint ihre Wahrnehmung nicht deckungsgleich zur Realität zu sein, feine Haarrisse tun sich auf. Arbeit ist in diesen Kreisen Sache der Männer, Frauen betätigen sich gerne wohltätig. In Elizas Fall führt der Weg in ein Hospiz, sie arbeitet dort „mit Sterbenden“ wie sie sagt, will in diesem Fall heißen, sie räumt die Geschirrspülmaschine aus. Freundschaft schließt sie mit einem jungen Mann, namens Barry, 22, der ihr Sohn sein könnte. Ihm erzählt sie viel aus ihrem Leben. Aber stimmt das wirklich alles? Vorsicht, vertrauen Sie nicht Eliza Peabody – aber vertrauen Sie uns. Mitarbeiterin Petra Schulz freut sich über dieses endlich übersetzte Meisterwerk von Jane Gardam und möchte ihre Begeisterung mit Ihnen teilen!

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Nathan Hill „Wellness“

Liebe in modernen Zeiten, so könnte man den Roman kurz beschreiben, aber er bietet soNathan Hill wellness Glockenbachbuchhandlung viel mehr. Liebe: ja, Jack und Elisabeth, aus den verschiedensten Verhältnissen kommend, werden ein Paar. Elisabeth kommt aus einer reichen, erfolgsorientierten Familie, Jack aus ärmlichen Verhältnissen. Kennengelernt haben sie sich in der quirligen amerikanischen Kunstszene, in die Jack die wohlbehütete Elisabeth mitgerissen hat. Das Leben ist spannend und aufregend, bis das Kind geboren wird. Toby kostet seiner Mutter den letzten Nerv, widersetzt er sich doch vehement den wissenschaftlich fundierten Erziehungsversuchen der Mutter. Eine Wohnung soll gekauft werden und da werden die unterschiedlichen Bedürfnisse spürbar. Elisabeth wünscht sich ein eigenes Schlafzimmer, am liebsten wäre ihr auch ein eigener Eingang, falls die Ehe geschieden werden würde, könne man zumindest die Wohnung behalten, Jack braucht die unbedingte Nähe. Müde sind sie geworden, die vorher so umtriebigen Eltern und da hilft auch ein Besuch einer Swinger Party nicht mehr. Peinlich, wenn man dabei noch von den Nachbarn und Nachbarinnen gesehen wird! Elisabeth verdient ihr Geld bei einem Wellness-Institut, ein netteres Wort für die Placebo-Produkte, die sie vertreibt, Jack fotografiert als Fotograf nicht wirklich, sondern mischt Entwicklerflüssigkeiten. Placebo, darum geht es in diesem Roman, denn was ist wirklich, welche Entscheidung treffen wir unvoreingenommen? Wie gut kennen wir unsere Partner*innen wirklich? Ein praller, fast 800 Seiten dicker, erheiternder Roman, von dem Mitarbeiterin Petra Schulz keine Seite missen möchte.

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Unsere März-Empfehlungen

Ester Gonstalla „Atlas eines bedrohten Planeten“

Esther Gonstalla Atlas eines bedrohten Planeten GlockenbachbuchhandlungWie funktioniert eigentlich unser Klima? Warum gibt es immer weniger Trinkwasser? Wie entsteht ein »Müllstrudel«? Wie viel Fläche brauchen wir für unsere Ernährung? Können wir mit innovativer Technik die Welt retten? Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden sich in den Grafiken der preisgekrönten Infografikerin Esther Gonstalla. »Das Umweltbuch« zeigt, wie unser Planet funktioniert, und sensibilisiert für seine Vielfältigkeit und Fragilität. Ein Buch für alle, die wissen wollen, wie es um unsere Erde bestellt ist – und welche Ideen und Strategien es gibt, um sie zu retten.

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Alexandra Blöchl „Was das Meer verspricht“

Eine kleine Insel im kalten Norden, weit entfernt vom Festland. Nur wenige Menschen sindAlexandra Blöchl Was das Meer verspricht Glockenbachbuchhandlung so tief mit dem rauen Eiland verbunden, dass sie hier leben wollen, die meisten zieht es weg. Umso verwunderlicher ist es, als plötzlich eine junge Frau beschließt, sich auf N. niederzulassen. Marie Quint heißt sie, und nicht nur, dass sie keinem gewohnten Tagwerk nachgeht, wie Schafe hüten oder anderen praktischen Arbeiten, die der Gemeinschaft Nutzen bringen, sie schlüpft auch noch jeden Tag in ihre Meerjungfrauenflosse, um in den kalten und schwarzen Gewässern schwimmen zu gehen. Vida Holt, die ihr ganzes Leben auf der Insel verbracht hat, und sich im Gegensatz zu ihrem Bruder Zander, den Eltern und dem Hof verpflichtet fühlt, ist fasziniert von Marie. Die beiden Frauen freunden sich an, mehr als das. Und ein Sturm beginnt heranzuziehen …

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Ann Napolitano „Hallo du Schöne“

Ann Napolitano Hallo du Schöne GlockenbachbuchhandlungHallo du Schöne“ – Ja, das habe ich auch immer wieder gesagt, wenn ich das Buch in die Hand genommen habe, denn ist wirklich eine Geschichte, in der man fabelhaft versinken kann. Erzählt wird von den vier Padavano-Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und von William, der von der Ältesten als ihr Mann für die perfekte Zukunft auserkoren wird. Da hat er bei Julia gar nicht viel mitzureden, und dennoch wird er es sein, der die vier Schwestern auseinander bringt … Es ist ein wunderbar zärtlicher und intensiver Roman über Familie und Zusammenhalt und dem Ausbrechen aus diesem. Die Charaktere sind sehr detailliert und nahbar beschrieben, sodass man sie noch viel länger begleiten möchte, als das Buch Seiten hat.

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Dana von Suffrin „Nochmal von Vorne“

Wir kennen den wunderherrlich sarkastischen Schreibstil von Dana von Suffrin noch vonDana von Suffrin Nochmal von vorne Glockenbachbuchhandlung „Otto“, dem wahnsinnigen Familienpatriarch, und auch in ihrem neuen Roman schwingt sie die Feder mit gewohnt schwarzhumorigen Esprit. Diesmal erzählt sie die Geschichte der Familie Jeruscher, einer deutsch-jüdischen Familie, in der ein ganzes Jahrhundert voller Gewalt und Vertreibung nachwirkt – und von zwei Schwestern, die sich entzweien und wieder versöhnen, weil es etwas gibt, das nur sie aneinander verstehen. Eigentlich möchte man bei den Jeruschers nur sehr ungern am Abendbrottisch sitzen, es wird gestritten und sich missverstanden und nicht gerade liebevoll miteinander umgegangen, aber genau durch diese Figurenzeichnung kann man nicht anders, als sich bei dieser Familie einem faszinierten Voyeurismus hinzugeben. P.S.: Es gibt noch signierte Exemplare!

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Maxim Leo „Wir werden jung sein“

Maxim Leo Wir werden jung sein GlockenbachbuchhandlungEin Traum, der die Menschheit wahrscheinlich vom Anbeginn der Zeit verfolgt: Das eine aufzuhalten oder wenigstens aufzuschieben, das uns allen bevorsteht – das Altern. In Maxim Leos Buch gelingt das einigen Teilnehmenden einer Medizinstudie und was das mit ihrem Leben anstellt, beschreibt der Autor auf eine höchst unterhaltsame und vergnügliche Art und Weise. Tatsächlich ist es gar nicht so weit her geholt und Maxim Leo hat sich bei seinen Recherchen auch intensiv damit auseinandergesetzt – 2012 hat der japanische Arzt und Stammzellenforscher Shin’ya Yamanaka den Nobelpreis dafür bekommen, dass man menschliche Zellen durch Reprogrammierung verjüngen kann. Eine Entwicklung, die doch sehr nachdenklich stimmt …

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Unsere Februar-Empfehlungen

Alex Capus „Das kleine Haus am Sonnenhang“

Alex Capus Das kleine Haus am Sonnenhang GlockenbachbuchhandlungGenau vor dreißig Jahren ist Alex Capus erster Erzählband „Diese verfluchte Schwerkraft“ erschienen und es folgten seitdem vierzehn weitere Bücher mit Kurzgeschichten, Romanen und Reportagen. Sein Roman „Léon und Louise“ verzauberte uns alle mit einer traumschönen wie tragischen Liebesgeschichte, das Erzähltalent des Autors ist spätestens seit diesem Buch für viele Menschen weltweit kein Geheimnis mehr.

In seinem neuesten Werk erzählt uns Alex Capus eine sehr persönliche Geschichte über die Liebe zur Literatur und ein Leben im Einklang mit sich selbst. Über die Einfachheit der Dinge, das Loslassen und die Erfüllung in den kleinen Details unseres Lebens. Die wunderbaren Sätze zergehen auf der Zunge und hinterlassen ein warmes Gefühl der Zufriedenheit – ein wahrer Balsam in diesen hochkomplexen Zeiten. Das Buch spielt in den neunziger Jahren in Italien. Alex Capus bezieht ein einsam stehendes Steinhaus am Sonnenhang eines Weinbergs. Dort verbringt er viel Zeit mit seiner Freundin und Freunden, dort sucht er die Einsamkeit, um an seinem ersten Roman zu schreiben. Wie findet man Zufriedenheit im Leben? Warum stets eine neue Pizza ausprobieren, wenn doch die gewohnte Pizza Fiorentina völlig in Ordnung ist? Warum Jagd nach immer noch schöneren Stränden machen, wenn schon der erste Strand gut ist?

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Dani Shapiro „Leuchtfeuer“

Dani Shapiro Leuchtfeuer GlockenbachbuchhandlungDas erste Buch, das ich aus dem Frühjahrsprogramm gelesen habe – und das die Messlatte für all die folgenden sofort ziemlich weit oben angesetzt hat! Es beginnt in einer Sommernacht 1985 in einem Vorort von New York: Drei betrunkene Teenager steigen in ein Auto – und nichts ist mehr wie zuvor. Die Familie Wilf zerbricht fast an dem Geheimnis, das sie seit dieser Nacht mit sich trägt und es braucht Jahrzehnte und einen ganz besonderen Jungen aus der Nachbarschaft, bis das Eis bricht und die erlösende Wahrheit die Heilung der Familienmitglieder und den mit ihnen verbundenen Menschen erlaubt. Die Geschichte (übersetzt aus dem Engl. von Klaus Timmermann und Ulrike Wasel) spielt gekonnt mit Zeitsprüngen und wird immer wieder aus einer anderen Perspektive erzählt. Das macht sie nicht nur abwechslungsreich, sondern sorgt dafür, dass einen der Roman bis zur letzten Seite nicht aus seinem Bann lässt. Dabei löst die Geschichte weniger ein Leuchtfeuer beim Lesen aus als vielmehr ein sanft glühendes Leuchten und die tröstliche Gewissheit, darüber dass alles miteinander verbunden ist, und die Menschen, die wir lieben, uns auch über Raum und Zeit hinweg immer nahe sein werden.

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Suzie Miller „Prima Facie“

Suzie Miller Prima Facie GlockenbachbuchhandlungDas Buch von Suzie Miller (aus dem Engl. übersetzt von Katharina Martl) ist eine Wucht. Es ist die knallharte Geschichte einer jungen Strafverteidigerin in London, die sich aus ärmlichen Verhältnissen in die Highclass der Anwälte und Anwältinnen hochgearbeitet hat. Nach dem festen Glauben daran, dass jeder Mensch eine faire Verhandlung verdient, verteidigt Tessa unter anderem Männer, die wegen sexueller Übergriffe angeklagt sind*. Ihre Kreuzverhöre sind legendär. Dann passiert allerdings etwas, dass sie in ihrem Glauben schwer erschüttert …

Die Geschichte lässt beim Lesen eine ganze Palette unterschiedlichster Gefühle abspielen, und ist so raffiniert konstruiert, dass man bis zur letzten Seite mit der Protagonistin mitfiebert und Nägel kauend dem Ausgang des Ganzen harrt …
Der Roman basiert übrigens ursprünglich auf einem Theaterstück und wird im März auch im Münchener Residenztheater aufgeführt …

*Triggerwarnung: Detaillierte Beschreibung einer Vergewaltigungsszene

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Iris Wolff „Lichtungen“

Iris Wolff Lichtungen GlockenbachbuchhandlungEs wird atmosphärisch, lichtdurchdrungen und poetisch … Wer „Die Unschärfe der Welt“ von Iris Wolff gelesen hat, weiß, worüber ich spreche. Die Autorin pflegt einen ganz eigenen Ton, der nicht anders als einfach nur wunderschön und fließend beschrieben werden kann. In ihrem neuen Roman erzählt sie die Geschichte von Lev und Kato, die seit Kindertagen in einem rumänischen Dorf, eine besondere Verbindung zueinander haben. Dabei webt Iris Wolff einen magischen Teppich aus Familiengeschichten, Politik und Historie, Gegenwart und Vergangenheit.

Ich habe ein wenig gebraucht, bis ich verstanden habe, dass die Geschichte von Kato und Lev chronologisch umgekehrt erzählt wird, sodass wir am Ende des Buches am Anfang der Geschichte der beiden ankommen, was nochmal zu einem zusätzlichen Aha-Effekt gesorgt hat. Ansonsten gilt: Zurücklehnen, eintauchen und einfach nur genießen!

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