2015: Johannes Eisner soll für ein Online-Kulturmagazin eine Follow-Up-Kritik über die Inszenierung der Rock Horror Show in München schreiben. Eigentlich möchte er an diesem Abend lieber im Bett bleiben, da er noch an einer Beerdigung im Familienkreis den Tag zuvor zu knabbern hat. Kaum hört er jedoch im Kino sitzend die Titelmelodie zieht ihn die … Philipp W. Wilhelm: Rosa ist die Welt mit tiefblauen Flecken weiterlesen
2015: Johannes Eisner soll für ein Online-Kulturmagazin eine Follow-Up-Kritik über die Inszenierung der Rock Horror Show in München schreiben. Eigentlich möchte er an diesem Abend lieber im Bett bleiben, da er noch an einer Beerdigung im Familienkreis den Tag zuvor zu knabbern hat. Kaum hört er jedoch im Kino sitzend die Titelmelodie zieht ihn die Melancholie hinterrücks in die Vergangenheit – in eine Kindheit im ländlichen Bayern der 1980-Jahre, zu einem Aufwachsen in rauchgeschwängerter Geborgenheit, dem ersten Aufkeimen queerer Identität, der Sinnsuche in einer Gesellschaft, die lieber weg- als hinschaut und gleichzeitig von einer Freiheit, von der die Kinder und Jugendlichen heutzutage nur noch träumen können. Philipp W. Wilhelms Debütroman ist eine gelungene Mischung aus „Wer früher stirbt, ist länger tot“ meets „Sauhund“ – sehr amüsant und unterhaltsam, gleichzeitig sehr zu Herzen gehend und tiefgründig, wobei man sich fragt, inwiefern sich unsere Gesellschaft seit den 80ern eigentlich verändert hat …
