Molly Keane: Das gute Benehmen

Dieser Roman ist das Porträt einer irischen Familie in den 1920er-Jahren und die Geschichte einer Frau, die zwar weiß, wie sie zu sein hätte, es aber nicht ist. Aaron, Tochter aus gutem Hause, ist nicht das, was man von einer jungen Frau zu dieser Zeit erwartet. Ein wenig zu laut, ein wenig zu plump, sie … Molly Keane: Das gute Benehmen weiterlesen →

Dieser Roman ist das Porträt einer irischen Familie in den 1920er-Jahren und dieMolly Keane Das gute Benehmen Glockenbachbuchhandlung Geschichte einer Frau, die zwar weiß, wie sie zu sein hätte, es aber nicht ist. Aaron, Tochter aus gutem Hause, ist nicht das, was man von einer jungen Frau zu dieser Zeit erwartet. Ein wenig zu laut, ein wenig zu plump, sie versucht ihr Bestes, um Vater und Mutter zu genügen. Sie verliebt sich in den besten Freund ihres Bruders Hubert, nur um dann feststellen zu müssen, dass diese beiden eine Affäre miteinander haben. Als der Bruder bei einem Autounfall ums Leben kommt und ihre Eltern das Geld, was eigentlich eh nicht mehr vorhanden ist, zum Fenster raus werfen, reicht es ihr und sie beschließt, die Zügel selbst in die Hand zu nehmen … Für mich ein spitzzüngiges und geniales Downton Abbey in literarisch! Inspirierend ist auch die Geschichte der Autorin, die Anfang des 20. Jahrhunderts Romane unter einem männlich anmutenden Pseudonym veröffentlicht hat, danach 20 Jahre lang geschwiegen hat, um dann 1981 unter ihrem wahren Namen das bahnbrechende Comeback mit diesem hochgelobten Roman gewagt hat, obwohl ihr einige Verlage abgesagt hatten, da ihnen Aaron zu unlikeable gewesen ist. Im Vorwort von Tara-Louise Wittwer wird das auch näher beschrieben. Übersetzt von Bettina Abarbanell