„Ente, Tod und Tulpe“ von Wolfgang Erlbruch

Die Ente hatte sich schon länger etwas merkwürdig gefühlt. Da fällt ihr der Tod auf, der sie schon länger begleitet. Eigentlich schon immer. Jetzt tritt er als Skelett in Mantel und Rock in Erscheinung. Die Ente erschrickt, doch stellt sie schnell fest, dass der Tod ganz nett ist – gruselig zwar, aber sehr freundlich. Sie … „Ente, Tod und Tulpe“ von Wolfgang Erlbruch weiterlesen

Ente, Tod und Tulpe - Antje Kunstmann VerlagDie Ente hatte sich schon länger etwas merkwürdig gefühlt. Da fällt ihr der Tod auf, der sie schon länger begleitet. Eigentlich schon immer. Jetzt tritt er als Skelett in Mantel und Rock in Erscheinung. Die Ente erschrickt, doch stellt sie schnell fest, dass der Tod ganz nett ist – gruselig zwar, aber sehr freundlich. Sie verbringen einige Zeit miteinander, sie gehen zum See, klettern auf Bäume. Als der Tod friert, wärmt die Ente ihn.

Die Ente bleibt noch eine Weile am Leben. Eine Weile, in der sie sich mit dem Tod anfreundet und Gelegenheit hat, dem Tod Fragen über den Tod zu stellen. Kommen Enten in den Himmel? Oder braten sie in der Hölle? Der Tod weiß es nicht. Die Ente beginnt sich zu fragen, wie es ist, wenn sie tot ist, ist dann der Teich allein, ohne sie? Oder ist er dann weg? Zum Teich gehen sie jedenfalls immer seltener.

Irgendwann fängt die Ente an zu frieren. Jetzt wärmt der Tod sie. Bis auch das nicht mehr hilft. Mit einer Tulpe auf dem Bauch lässt er die tote Ente auf einem Fluss hinweg treiben. Er ist traurig, aber so ist das Leben.

Dieses 2007 erschienene Bilderbuch hat sich zum Klassiker entwickelt. Und nicht nur für Kinder ab 4 Jahren. Leben und Sterben werden hier mit reduzierten Illustrationen auf eine Art und Weise verhandelt, die auch für Erwachsene tröstlich sein kann. Und in seiner kleinen Ausgabe eignet sich dieses Buch als Beileidsbezeugung 10 x besser als jedes Geschenkbuch, auf dessen Sonnenuntergangs-Cover dunkle Lettern verkünden, dass Liebe stärker als der Tod sei….

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Nach all diesen melancholisch grundierten Empfehlungen wollen wir uns aber beim Sachbuch einem erfeulichen Thema zuwenden, nämlich dem Fahrrad, das 2017 seinen 200. Geburtstag feiert.